Ruhrcacher Blog

November 2, 2009

Better Backpacking – SMS aus dem Orbit

Filed under: Backpacking, Linktipps — Schlagwörter: , , , — ruhrcacher @ 15:51

In dem Artikel „Better Backpacking – Preisgünstig Telefonieren“ habe ich euch vorgestellt, wie es  auf Reisen optimal telefonieren lässt. Die Möglichkeit „Satellitentelefon“ habe ich dabei bewusst außer acht gelassen.  Über Satelliten zu telefonieren ist zwar in eingen dünnbesiedelten Gebieten die einzige Möglichkeit des Fernsprechens, aber definitiv NICHT low budget. Allein einfache Satellitentelefone kosten in der Anschaffung soviel wie ein modernes Iphone. Und die Gesprächsgebühren liegen bei ca. 1$/Min.

Bei meiner Recherche bin ich aber auf die Möglichkeit gestoßen immerhin kostenfrei SMS via Internet in verschiedene Satellitenhandynetze zuschicken.
Vlt. kennt ihr ja jemanden, der sich über galaktische Grüße in die Wüste freut.

Thuraya (Vorwahl +88216)
http://services.thuraya.com/sms.html

Irudium (Vorwahl +8816)
http://iridium.com/sendmsg/sendmsg.html

Globalstar
http://www.globalstareurope.com/en/content.php?cid=911
http://www.globalstarusa.com/en/services/enhancedservices/g2sms.php

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Better Backpacking – Preisgünstig Telefonieren

Filed under: Backpacking, Tutorial — Schlagwörter: , , , , — ruhrcacher @ 15:43

Im heutigen „Better Backpacking“ zeige ich Euch Möglichkeiten im Ausland preisgünstig legal zu telefonieren.
Heute ist es ja immer einfacherer geworden, zu telekommunizieren und in Verbindung zu bleiben.

Handy – Roaming

Das mag zwar im ersten Moment nach einem sehr teuren Spaß klingen, aber das telefonieren mit dem eigenen Handy im Ausland ist mittlerweile zu einer echten Kommunikationslösung geworden. Die EU und die Bundesnetzagentur machen es möglich. Bereits 2007 wurden die Verbindungsentgelte (sprich Telefongebühren) für Gespräche im Ausland gedeckelt.

So kosten

  • ­ein Gespräch im und aus dem Ausland nach Deutschland max. 51 Ct/Min,
  • ­ein empfangendes Gespräch 22 Ct/Min und
    jede verschickte SMS 13 Ct/SMS.

Da wird man also nicht arm bei und spart sich das Nachwerfen von Münzen in der Telefonzelle. Die Vorteile liegen auf der Hand: Man kann sein eigenes Handy benutzen, kann auf das eigene Telefonbuch zugreifen, benötigt kein Kleingeld oder eine Telefonkarte, ist unter der eigenen Rufnummer erreichbar und hat auch im Notfall immer ein Telefon in der Nähe.
Man benötigt nur einen Telefonvertrag bzw. eine Prepaidkarte, die Auslandsroaming ermöglich. Trotz Deckelung sollte man sich vorab informieren, welcher ausländ. Netzbetrieber der Roamingpartner des eigenen heimischen Anbieters ist. Diese sind u.U. günstiger als andere. Generell ist ein Vertragshandy oder eine sich selbst auflandende (via Bankeinzug) Prepaidkarte von Vorteil. Im Notfall kann man so auch länger telefonieren, bezahlen ist ja erst zu hause angesagt.

Allerdings kostet auch stets das Entgegennehmen von Anrufen im Ausland (egal ob diese aus Deutschland oder dem Urlaubsland kommen). Daher sollte man sich über legen ob man jeden (unerwünschten) Anruf annimmt. Ebenso sollte man die Mailbox für die Reise vorübergehend abschalten. Wenn die drangeht kostest Euch das auch etwas.
Umgekehrt zahlt der Anrufer aus Deutschland, wenn er/sie Euch im Ausland erreicht, nur ein Gespräch wie innerhalb Deutschlands. So kann man sich evtl. Kosten teilen: Zu Hause bloß anklingeln lassen und zurückrufen lassen.

Handy – Prepaid
Eine andere Mobilfunklösung ist eine ausländische Prepaid-Karte, die man sich vor Ort zulegt. Dies ist die ideale Lösung, wenn man im Urlaubsland viel telefonieren möchte. Z.B. wenn man

  • ­unterwegs dortige Freunde, Geschäftspartner, Hotels erreichen muss,
  • ­sich eine Reisegruppe aufteilen, aber erreichbar bleiben möchte
  • ­öfters in dieses Land reist

Mit einer örtlichen Handykarte kosten die Gespräche auch bloß die ortsüblichen niedrigeren Tarife. Auch das angerufen werden aus der Heimat dann völlig kostenlos. Allerdings muss der Anrufer Eure ausländische Rufnummer kennen und bezahlt ein komplettes Auslandsgespräch. Aber innerhalb Europa kostet das auch nicht mehr die Welt 😉

Hotel – Zimmertelefon

Finger weg! Das ist die teuerste Art sein Geld fürs Telefonieren loszuwerden.
Selbst für Ortsgespräche und auch an such kostenfreie Rufnummern werden oft horrende Gebühren genommen.
Vorab an der Rezeption klären, was es kostet und ob es möglich ist kostenfrei auf dem Zimmer angerufen zu werden. Auch letzteres ist nicht immer selbstverständlich.
Ggf. kann man dann übers Internet oder per SMS einen Anruf verabreden.

Hostel – Free Calls

Einige Hostels (unabhängige Jugendherbergen) bieten kostenfreie Inlandsgespräche oder sponsorn einen Anruf, um das nächstes Hostel zu buchen.
Oft gibt es dort auch öffentliche Telefone, auf denen man sich anrufen lassen kann.

Telefonkarten – altmodisch

Altmodische Telefonkarten kauft man am Kiosk, steckt die ins Telefon und kann solange telefonieren bis die Karte leer ist. Es lohnt sich, wenn man im Urlaubsland öfters telefonieren möchte, wiederkehrt oder zumindest sich sicher ist, dass sich die Anschaffung einer Karte lohnt. Komfortabler als der Einwurf von Münzen ist sie alle mal. Manchmal sind „Kartengespräche“ auch preiswerter als „Münzgespräche“.

Telefonkarten – Calling Cards

Altmodische Telefonkarten muss man für jedes Land neu kaufen, steckt man ins Telefon, telefoniert sie leer.
Universale Karten, so.g. Calling Cards, hingegen gelten in mehreren Ländern, da sie nicht ins Gerät gesteckt werden. Und die bieten günstigere Tarife, insbesondere für Gespräche in die Heimat. Es gibt sie mit Prepaid (Einweg oder wiederaufladbar) oder Postpaid (monatl. Rechnung).
Das funktioniert so: Man ruft eine örtliche Zugangsnummer an, die von Land zu Land variiert. Es meldet sich ein (deutschsprachiger) Computer, man gibt die Nummer der Karte ein, ggf. eine PIN (für Postpaid-Karten), dann die anzurufende Nummer. Die Gebühren werden wie bei einer Telefon/Handykarte vom Guthaben der Karte abgezogen bzw. nachträglich zu hause in Rechnung gestellt.

Es funktioniert von Handy, der Telefonzelle, dem Hoteltelefon oder von anderen Festnetztelefonen aus.
Alles was man benötigt ist ein tonwahlfähiges Telefon (DTMF/MFW, also kein Wählscheibentelefon) und eben eine Calling Card.

Für diese gibt es unzählige deutsche und ausländische Anbieter. Für jedes Urlaubsland und für jedes zu erreichende Heimatland gibt es günstige Anbieter.
Natürlich mach es Sinn, sich eine universelle Karte für möglichst viele Länder zu zulegen. Bekannte deutsche Calling Cards sind die „T-Card Holiday“ (Deutsche Telekom) und „Go Bananas“ (MERKUR Telekom). Klar, das bei universellen Karten, die Gebühren etwas teurer gestaltet sind.
Noch eine Kostenfalle können die Zugangsnummern sein.
In der Regel sind die kostenfrei Rufnummer (0800/08000) im jeweiligen Zielland. Aber es können trotzdem folgende Zusatzkosten entstehen.

  • ­Vom Roaming-Handy oder Hoteltelefon sind selbst die kostenfreien Nummern kostenpflichtig
  • ­Die Zugangsnummer ist nicht kostenfrei, sondern kosten den ortsüblichen Minutentrarif oder eine einmalige Gebühreneinheit
  • ­In Telefonzellen muss eine Münze eingeworfen oder eine T-Karte eingesteckt werden. Evlt. werden die Münzen nicht zurück gegeben

Also am besten vorher die Nutzungsbedingungen klären….

Kreditkarten

Mit der eigenen Kreditkarten an einer Telefonzelle zu telefonieren, ist sicher auch nicht ganz preiswert. Aber im Notfall eine Option. Entweder muss die Karte eingesteckt werden oder die KK-Nummer eingeben werden.

Wer die Nummer und auch die Zielrufnummer nicht eintippen möchte, kann oft einen Operator (Fräulein vom Amt) erreichen. Die sind oft auch deutsch- aber zumindest englischsprachig. Dieser Service kostet u.U. auch extra.

R-Gespräche (Collective Calls)

Die klassische Art ohne Geld zu telefonieren und die Gebühren auf jemanden abzuwälzen.
Entweder man informiert sich vorab über Anbieter und deren Zugangsnummern im Ausland oder findet an vielen Telefonzellen entsprechende Werbeaufkleber.

Das Prinzip ist immer das selbe: Man wählt von Handy, Hoteltelefon oder Telefonzelle eine kostenfreie Rufnummer und erhält einen Computer oder einen menschlichen Operator. Diesem gibt man die gewünschte Zielrufnummer durch, der Teilnehmer erhält einen Anruf und wird gefragt, on er/sie die Kosten für das Gespräch übernehmen möchte. Stimmt der angerufene zu (per Sprach- oder Tasteneingabe) wird das Gespräch hergestellt.

Allerdings kann dies für den Angerufenen richtig ins Geld gehen. Von daher ist das wohl auch nur eine Lösung für den Notfall.

Skype out / VoIP-Client

Den ultimativen Knüller habe ich mir bis zum Schluss aufgehoben. Über das Internet zu telefonieren ist die z.Z. unschlagbar günstigste Alternative.

Alles was man braucht ist einen Anbieter, beidem man ein Guthaben hat oder der einem nach dem Urlaub die Rechnung geschickt. Gespräche zwischen Kunden des gleichen Anbieters sind i.d.R. kostenfrei. Das Guthaben belasten nur Gespräche ins altmodische Telefonnetz. Dies aber immer zum Heimttarif, unabhängig davon wo man sich weltweit tatsächlich befindet.
Von Anbieter erhält man Benutzername und Kennwort sowie eine spezielle Telefonsoftware. Man selbst benötigt nur noch einen Internet-PC/Laptop sowie ein Headset bzw. wahlweise ein USB-Telefon.
Dort hat man die Software installiert und mit den eigenen Zugangsdaten gefüttert.
Die Software von Skype z.B. ist mittlerweile auf dem eeePC und auf den Terminals vieler Internetcafé vorinstalliert. Man braucht also nur noch seine Zugangsdaten bereithalten (und sie natürlich geheim halten). Leider ist die Skype-Software propritär, d.h. man muss die original Software verwenden.
Für Gespräche außerhalb des Skype-Netzwerkes z.B. auf herkömmliche Telefonanschlüsse/Handys benötigt man ein aufgeladenes „SkypeOut“-Guthaben.
Ein anderer Anbieter von Internettelfonie (auch VoIP, Voice over IP) ist Sipgate. Dort funktioniert die VoIP-Telefonie über den offenen SIP-Standard. Für den Anwender heißt dass,  dass sich auch fremde (bessere) Programme mit den Zugangsdaten füttern lassen. Man kann also die Software (VoIP-Client) seiner Wahl verwenden.
Oftmals erhält man bei den VoIP-Anbieter auch eine deutsche Festnetznummer unter der man auch angerufenen werden kann. Der Vorteil ist, dass dies auch unabhängig vom aktuellen Aufendhaltsort ist.
Man bekommt zwar z.B.  eine Kölner Rufnummer mit der Vorwahl 0221 zugeteilt, sitzt aber mit seinem Laptop gerade in einem Berliner Hotel (Vorwahl) 030. Dort ist man genauso unter seiner Kölner Rufnummer erreichbar sei in München, Tokio oder Rom. Das Prinzip ist das gleiche wie im Mobilfunk. Auch hier zahlt der Anrufer nur die Gesprächsgebühren zur deutschen Festnetznummern. Ggf. greift ihr auch eine vorhanden Festnetzflatrate.
Also könnt ihr euch im Ausland kostenfrei zurückrufen lassen.
Umgekehrt zahlt ihr bei einen Gespräch innerhalb des Heimatlandes auch nur die Inlandsgebühren. Auch wenn ihr euch währenddessen in Australien aufhaltet. Also Sydney-Köln kostet genauso viel wie Köln-Berlin.
Einziger Haken: Das Gespräch innerhalb Sydneys kostet dann ein Auslandsgespräch Deutschland-Australien.

Über die technischen Möglichkeiten der Internettelefonie unterwegs werde ich vlt. ein andermal ausführlich schreiben.

September 25, 2009

Better Backpacking – Das Handy als Reisecomputer

Filed under: Backpacking, Linktipps — Schlagwörter: , , , , , — ruhrcacher @ 07:27

Moderne Handys sind nicht mehr bloß zum telefonieren geeignet. Als sogenannte Smartphones bieten sie die gleichen, wenn nicht noch mehr, Funktionen wie ein Taschencomputer (PDA):
Kamera, Radio, MP3-Player, GPS-Navigation, Internet über WLAN, etc.

Es gibt im Internet nicht nur Spiele und nervige Klingeltöne für diese kleinen Multimediawunder, sondern auch wirklich hilfreiche Werkzeuge.
In diesem Beitrag möchte ich euch einige Programme vorstellen, die man besonders als Reisender gut gebrauchen kann. Vorrangig sind dies Tools für  Symbian-basierte Handys.  Da die wenigsten Programme einzigartig sind, findet man mit etwas Suchen aber bestimmt auch eine passende Version fürs eigene Handy.
Alle Programme sind aber auf jeden Fall offline Anwendungen.  Denn insbesondere im Ausland sind Internetverbindungen ein teurer Spaß. Apropos, die Werkzeuge sind natürlich kostenfrei.

Metro
Der Handy-Fahrplan für alle Cityhopper.  Er bietet eine Verbindungssuche (ohne Abfahrtszeiten) für mehrere internationale Metropolen. Und das alles Offline und für verschiedene Handy-Plattformen.
Das Programm und die Übersicht der verfügbaren Streckennetze gibt es auf http://www.nanika.net/Metro/

EasyCall
Erleichtert das Nutzen von Callingcards und Callback-Diensten.
Download

Ebook Reader
Wer den Herrn der Ringe mitschleppen möchte, bitte schön…
Digitalen Büchern (ebooks) gehört die Zukunft. Dazu brauch es noch nicht einmal einen teurer Hardware-Reader. Programme zum lesen von Ebooks auf dem Handy gibt es genügend.
Beispiel: Mobipocket Reader, Handy Book 2.0

Wörterbücher
Auch einen eigenständigen Übersetzungscomputer für teures Geld kann man durch sein Handy ersetzten.
Hier einige Übersetzungsprogramme:
Wordbook Swedish-German
Wordbook German-Englisch (Big)
MDictionary English, German, Chinese,Croatian,Hungarian,Spanish, Serbian, French, Italian
Travel Dictionary French- Portuguese/Dutch/Italian
Travel Dictionary Dutch- Spanish/German/English
Travel Dictionary English- Spanish/French/Italian
Wer googelt findet sicher noch mehr Wörterbücher und Übersetzungsprogramme

MP3-Player
Ein Gerät weniger in der Tasche hat auch, wer sein Multimedia-Handy als MP3- oder gar Videoplayer verwendet.
Entsprechende Abspielprogramme sind oft schon im Handybetriebssystem integriert. Zusätzliche Programme sind aber oftmals komfortabler und haben mehr praktische Funktionen (wie verschiedene Formate).
Beispiele:
PowerMP3 (MP3, OGG, AAC & M4A)
Handy Music
FIVN-Player (aac, amr, mp3, mp4, ogg, wav & wma)
Für das OggVobis-Fortmat gibt es natürlich auch entsprechende Player:
OggPlay for S60 MMF 1.6.2 OggPlay for S80 1.0

Stadtführer
http://www.mycitymate.com/
MobiExplore Italia
mobiEXPLORE Croatia (S60 2nd)
MobiExplore UK

Hotspotfinder
T-Mobile Hotspotfinder

Erste Hilfe Anleitungen
Anleitungen für dem Unglücksfall
Erste Hilfe 3.0 (Java)
DerSamariter – mobiler Erste-Hilfe-Assistent
Erste-Hilfe-Coach

Weltzeituhren
WorldMate for Series 80 1.5.1 Download
CityTime 2.5.1 Download
Psiloc World Traveller 1.40 Download
TravelClock 1.1 Download

Insektenabwehr per Ultraschall
Naja, ob die Mücken darauf hören.
Anti-Mosquito II 2.01 Download
Mosquito Net 1.0  Download

Landkarten
GPSfähige Vektorkarten
Vito Portugalkarte 1.0
Vito Landkarte der Niederlande 1.0
Vito Polenkarte 1.0
Vito Italienkarte 1.0
Vito Belgienkarte 1.0
Vito Frankreichkarte 1.0
Vito Dänemark-Karte 1.0
Vito Deutschlandkarte
Vito Österreichkarte
Vito Schweizkarte

Noch mehr Programme aus der Kategorie „Travel“ findet ihr auf  http://www.symbian-freeware.com/tag-travel.html

Januar 25, 2009

Better Backpacking – Ausrüstung selbst bauen

Filed under: Backpacking, Linktipps — Schlagwörter: , , — ruhrcacher @ 19:01

In diesem Blogeintrag werde ich mit der Zeit einige Links zu Bauanleitungen sammeln.

Den Anfang macht die Unterseite Make your own Gear! von Backpacking Lightwight.
Es gibt dort Bauanleitungen für Rucksacke, Kocher und einigen anderen praktischen Sachen.

Wer weitere Linktipps hat: Bitte in die Kommentare posten. Danke

Januar 18, 2009

Better Backpacking: Interrail-Training

Filed under: Backpacking, Tutorial — Schlagwörter: , , , — ruhrcacher @ 18:29

Hier eine etwas ältere Publikation aus meiner Feder. Dieses Tutorial entstand als kleiner Denkanstoss für alle Neu-Backpacker. Das war zu einer Zeit, in der ich in diversen Interrail-Foren aktiv war. Dort werden vor der ersten eigenen Reise im immer wieder die gleichen Fragen gestellt: Was erwartet mich, was muss ich mitnehmen, wie bereite ich mich vor.
Darauf hin habe ich nach einigen tausend gefahrenden Kilometer diesen kurzen Text veröffentlicht (in den Foren und auf meiner privaten Homepage).

InterRail-Training

Es soll Leute geben, die werfen vor einem Interrail-Trip ein paar Sachen in den Rucksack, kaufen sich das Ticket und setzten sich in den nächsten Zug. Dann bringen sie es noch locker fertig einen Monatstrip quer über den Kontinent zu managen. Andere hingegen sind vor einen Trip hypernervös und wollen alles bis in letztes Detail planen.
Besonders vor der ersten Reise fragt man sich, ob man für’s Rucksackreisen geschaffen ist und wie man die Wochen fern vom eigenen Bett überleben soll.
Dieser Ratgeber soll Newbies eine kurze Einführung drin geben, wie man sich physisch und mental auf so einen Trip vorbereiten könnte. Bitte nehmt das hier alles nicht zu ernst, es wirkt wirklich etwas übertrieben.
Aber ich schreiben ihn, weil es wirklich verschiedene „Railer-Typen“ gibt: Denn Rundum-Sorglos-Railer, der nur in Hostel übernachtet und bei Mackes isst, und die Abenteurer, die mit dem Zelt unterwegs sind und sich ihr Süppchen zum auslöffeln selbst einbrocken. Wer sich zum ersten Typ zählt, darf den ersten Abschnitt getrost überspringen…


Abschnitt A

Gut, Du wählst also die Freiheit und willst ungebunden mit Rucksack, Schlafsack und Zelt unterwegs sein. Herzlichen Glückwunsch zu dieser Nahtod-Erfahrung J Just Kiddin‘!
Wer aber wirklich vorher noch nie campen war, wird sich unter Umständen etwas hilflos fühlen, wenn er oder sie sich im Zeltgestänge verheddert hat, nach der ersten Nacht von Rückenschmerzen geplagt wird oder rohe Nudeln spachteln muss. Ok, ok, das alles sind die Momente, die man nur mit viel Humor nehmen kann.
Und das ist auch gleich die erste und zweite Regel:
1. Humor ist wenn man trotzdem lacht! 2. Hinterher ist man immer schlauer.
Deshalb wollen wir nun 3. vorbeugen, ist besser als sich auf die Schuhe kleckern, und uns mit der Ausrüstung vertraut machen.

Der Schlafsack wird für die kommenden Wochen euer Bett sein. Er ist warm, kuschelig und besser als nichts. Aber es gibt kein Zimmerservice, man isst nicht drin und teilt sich ihn nur mit Leuten, die man wirklich mag.
Damit wäre eigentlich auch schon alles gesagt. Probiert doch mal vorher aus, ob ihr auch wirklich wohl darin fühlt. Leute mit Platzangst oder ausgeprägten Bewegungsdrang werden zunächst Beklemmungen fühlen. Aber glaubt mir, wenn man nach einen aufregenden Tag so richtig müde ist, werdet ihr darin die süßesten Träume haben.
Als Vorbereitung schlage ich also vor, einfach mal ein paar Nächte darin zu schlafen. Erst im eigenen Bett, dann davor und letztlich auf dem Balkon oder bei geöffneten Fenster. Denn viele Railern ist schlichtweg zu warm oder kalt, weil sie sich zu warm oder zu luftig anziehen. Am bequemsten und vorteilhaftesten ist sich ein Jogginganzug ö.ä. Unverzichtbar sind Socken gegen kalte Füße und eine Kopfbedeckung, wenn man direkt unter dem Sternenhimmel campiert.

Das Zelt sind eure eigenen vier Wände. Eng, ungeheizt und dünn wie Papier. Aber es schützt euch vor Wind, Regen, Getier und neugierigen Blicken. Also ist eminent wichtig, es problemlos auf- und abbauen zu können. Baut es vor jeder – nicht nur vor der ersten – Tour auf, lasst es ordentlich durchlüften und prüft es auf Beschädigungen. Es ist trotz der ersten Regel nicht komsich, im Dunklen erst einmal die Gebrauchsanleitung auf schwedisch entziffern zu müssen und dann festzustellen, dass die Teile A, D und Q fehlen. Wenn ihr solche Masochisten seit, geht nach IKEA!
Mit dem Zelt vertraut machen heißt, es einige Male auf- und abzubauen. Geht nach draußen in den Garten oder in Park und versucht euer Glück. Aber in aller Ruhe, denn 4. Regel: Wir sind im Urlaub, nicht auf der Flucht. Manchmal steht man aber etwas unter Druck, dann muss mein Zelt auch zügig in der Dämmerung oder im Platzregen aufbauen können. Übt auch dies, abends oder im abgedunkelten Zimmer. Ihr werdet mir dankbar sein.

Wer unterwegs auf ein Vier-Gänge-Menü nicht verzichten will, aber chronisch pleite ist, kommt nicht umhin selbst den Kochlöffel zu schwingen. Manche Zeitgenossen scheitern schon am Aufreisen der
Tütensuppe oder zerlegen Mutters Küche beim Versuch sich ein Spiegelei zu braten. Zugeben, unterwegs hat man seltenst eine Profiküche á la Biolek zur Verfügung. Wenn man(n) sich aber auf die minimalistische Bedingungen einlässt, kann trotzdem ganz passabel schmecken.
Es klingt wirklich übertrieben, aber versucht doch mal zu Hause eine ganze Mahlzeit auf eurem Spirituskocher zu zubereiten, nur mit dem Ausrüstungsgegenständen, die ihr auch unterwegs zur Verfügung habt. Geschafft? Dann ab in die freie Natur zum Picknick. Es ist immer noch etwas anderes bei leichten Wind im Gras zu knien und dort mit den Töpfen zu klappern.

So, das war das wichtigste. Ich hoffe ich habe euch euer Fernweh nicht zerstört.
Denkt nun selbst noch mal darüber nach, was euch unterwegs Schwierigkeiten bereiten könnte:
Wäsche waschen, Knöpfe annähen oder andere Alltagsgeschäfte, die zu Hause nicht der Rede wert sind. Nach eurer ersten Tour werdet ihr feststellen, 2. Regel !, dass die neugewonnene Freiheit auch Unabhängigkeit und Verantwortung bedeutet.
Genug geschwafelt, wenden wir uns nun dem Railer-Alltag im Allgemeinen zu…

Abschnitt B

Der Rucksack
Auf einer Interrail-Tour lebt mach wortwörtlich aus dem Rucksack, eurem besten Stück. Viel wird darüber debattiert, wie groß und schwer er zu sein hat und wie er optimal zu packen ist.
Mein Vorschlag: Probiert es aus. Fünfte Regel: Probieren geht über Studieren.
Stopft alles rein, was ihr vorhabt mitzunehmen, und ab damit in Bus und Bahn. Nehmt euren prall gefüllten Sack dich einfach mal mit zur Arbeit, zur Uni oder wo der Pfeffer wächst. Ihr werdet spüren, ob ihr optimal gepackt habt. Er sollte bequem längere Zeit zu tragen sein, euch nicht nach hinten ziehen und nicht beim sonderlich behindern. Verstellt dazu einfach mal die Gurte. Der Rucksack muss auf euch und ausschließlich auf euch
angepasst sein, denn 6.: Jeder hat sein eigenes Bündel zu tragen.
Versucht auch mal ob ihr es ihn ins Gepäckfach hieven oder in Schließfächern verstauen könnt.
Wenn ihr mit euren Feldversuchen fertig seit, packt die Hälfte wieder aus und ihr habt die optimale Zusammenstellung. Alte Globetrotter-Weisheit und 7. Regel: Die Augen sind immer größer als der Koffer.

Das Kursbuch
Auch ein leidiges Thema im IR-Forum ist der Sinn und Unsinn von Kursbüchern: Braucht man die wirklich, welches ist besser, geht es auch ohne! Dazu will ich mich nicht äußern.
Wer nun ein Kursbuch mitnehmen will, sollte auch damit umgehen können. Das Tabellenwerk ist wirklich nicht so spannend wie der neue Thriller von Dan Brown, nicht so gut geordnet wie ein Telefonbuch und so selbsterklärend wie eine deutsche Steuererklärung.
Dann mal los. Fangt mal mit den einfachen Verbindungen an wie Berlin – München, Stockholm – Oslo, Madrid – Barcelona. Wenn ihr draufhabt, wie man am schnellsten, kostengünstigen oder bequemsten von A nach B kommt, wagt euch auch an die Nebenlinien, die an jeder Milchkanne halten.
Man besten macht ihr ein Spiel daraus.

Wenn ihr schon so schön spielt, dann nehmt auch doch auch mal fremde Sprachen vor. Es zeugt von Höflichkeit und kultureller Intelligenz, wenigsten die wichtigsten Wörter und Floskeln in der Sprache des Ziellandes zu beherrschen. Niemand kann bestreiten, dass es ungemein nützlich ist, zu wisssen was Zug, Zuschlag, Gleis, Abfahrt, Ankunft, Bahnhof, Reservierung ö.ä. auf ausländisch heißt.
Notfalls kann man sich immer noch mit Händen und Füßen verständigen. Zeit zum Pantomime spielen!

Was behalten wir den nun am Ende dieses kleine Ratgebers übrig? Richtig, eine Sammlung abgedroschener Sprichwörter!
1. Humor ist wenn man trotzdem lacht!
2. Hinterher ist man immer schlauer.
3. Vorbeugen, ist besser als sich auf die Schuhe kleckern.
4. Wir sind im Urlaub, nicht auf der Flucht.
5. Probieren geht über Studieren.
6. Jeder hat sein eigenes Bündel zu tragen.
7. Die Augen sind immer größer als der Koffer

So long, viel Spaß und Bon Voyage!

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