Ruhrcacher Blog

Juni 4, 2011

Better Backpacking – Elektronisches auf Reisen

Filed under: Backpacking — ruhrcacher @ 19:34

Eigentlich gilt ja die Devise: So wenig Elektronikkram wie möglich mitnehmen, desto weniger kann kaputt oder verloren gehen!
Naja, früher war das einfach gesagt, da gab es kaum elektronisches zum mitnehmen: Der Fotoapparat hatte einen Film, mit dem Handy zu telefonieren war schweineteuer, Internet gabs unterwegs nur im Internetcafé usw.

Aber schauen wir mal, was heute state of the art ist:

Nicht im Bild, klar, ist die Digicam. Die Modelle reichen heute von Scheckkartengroß-Streichholschachteldünn bis zur digitalen Version der Spiegelreflexkamera. Größter Vorteil: Es wird kein Vorrat an Filmpatronen benötigt, die unterwegs schaden nehmen können und bei denen jedes Bild bares Geld bedeutet. Auf die modernen Chipkarten passen mittlerweile gleich mehrere Weltreisen. Dumm nur, wenn diese eine Karte mit allen Bilder drauf kaputt geht. Tipp daher: Die Karten sind so preiswert, dass man mehrere parallel verwenden sollte. Ggf. einfach unterwegs eine Sicherheitskopie anfertigen.

Wer nicht Hobbyfotograf ist und nur mal ein paar Schnappschüsse machen will, braucht vlt. gar keine eigenständige Kamera. Die in den Handys verbauten Megapixelkamera reichen oft an die Qualität von einfachen Digicams ran und sind immer dabei. Es gibt sogar schon GPS-Handnavigationsgeräte wie das Garmin Oregon 550 oder Magellan Explorist 710 mit eingebauter Kamera!

Generell ist so ein Handnavi der ideale Wegbegleiter, bzw. Pfadfinder. Wo man früher mit der Wanderkarte oder dem Stadtplan rumstand, wird man heute satellitengestützt durch Wälder und Häuserschluchten geführt.Es haben zwar viele Autonavis auch einen Fahrradfahrer- oder Fußgängermodus, diese sind aber nur bedingt tauglich. Die Geräte von Magellan und Garmin hingegen sind direkt für Wanderer, Radfahrer, Wassersportler und Querfeldein-Läufer konszipiert. Die nach Kartenmaterial sind sie dabei sogar routingfähig, d.h. sie geben Abbiegehinweise wie ein Autonavis. Während sich die Navis bisher nur durch piepsen bemerkbar machten, im Auto also nur visuell zu bedienen waren, bietet das neue Garmin Montena sogar  erstmals eine Sprachausgabe. Hier heißt es dann auf der Autobahn plötzlich wieder „Bitte wenden“.

Kamera und GPS sind auch zu festen Funktion in modernen Smartphones geworden. Was früher nur ein tragbares Telefon war, ist heute ein Taschencomputer mit Videochat, Autonavigation, Steroanlage und Internetzugang. Egal ob vom angebissenen Obst oder von anderen Herstellen, man bekommt ein All-In-One-Gerät, mit dem man vielleicht sogar telefonieren kann. So schön praktisch das ist, der größte Nachteil ist ihr Energiehunger. WLAN, GPS, Bluetooth usw. saugen den kleinen Akku sehr schnell leer. Tägliches nachladen wird unterwegs zur Pein. Im Vergleich dazu hat ein herkömmlichen Handy zum Nur-Telefonieren und Nur-SMSen (evtl. sogar noch mit Monochrom-Display) eine Standby Zeit von ca. 1 Woche.

Ob man einen MP-Player oder gar ein Taschenradio mitnimmt, muss jeder selbst wissen. Auf den kleinen Weltempfänger verzichte ich mittlerweile. Praktischer ist das eingebaute UKW-Radio im Handy bzw. im MP3-Player. Die lokale Musik ist eh besser und störungsfreier als das Rauschen aus der großen weiten Welt. Ein Hörbuch bei langen Flügen oder Bahnfahrten zu hören finde ich hingegen sehr entspannend. Auch hier gilt: Diese Funktionen, gerade im Smartphone, saugen den Akku schneller leer. Viele MP3-Player haben oft nur noch einen fest eingebauten Akku.

Man kommt bei allen elektronischen Geräten nicht umher Ersatzakkus und das Ladegerät mitzunehmen. Die Akkutechnologie hat auch Fortschritte in Richtung selbstenladefreier Akkuzellen mit hoher Leistung gemacht (Stichwort Sayno eneeloops). Hohe Kapazitäten sind bei allen Geräten mit selbstleuchtetenden (Farb)Display Pflicht, ebenso bei der Digicam mit ihrem Blitzlicht. Ein kleines Ladegerät sollte daher im Gepäck sein. Wichtig ist, dass es auf den verwendeten Akkutyp (NiCD, NiMH, LiPo) zugeschnitten ist. Ansonsten ruiniert man sich ganz schnell die teuren Brennstoffzellen.

Glücklich kann sich schätzen, wer mehrere Geräte mit dem gleichen genormten Ladestecker besitzt. Der Trend dabei geht bei vielen Herstellern zum Mini-USB-Stecker auf der Geräteseite und oft zu USB-A-Steckern auf der Ladeseite. So können die Geräte auch am USB-Port des Computer/Laptops geladen werden. Falls der  Hersteller nicht freiwillig ein 230V-Schuko-auf-5V-USB-Steckernetzteil mitliefert, so sind diese preiswert anderswo zu erwerben. Natürlich auch in der Ausführung für 12V-KfZ-Steckdosen via Zigarettenanzünder.Der große Vorteil ist, dass der USB-Standard auf 500mA bei 5V genormt ist,was für viele Handys, MP3-Player, Digicams, Navis, usw. ausreichend ist.

Im Wald der verschiedenen Steckernormen, allein Mini-USB-Stecker gibt es in 5 Versionen, sind Mehrfach-Adapter von Vorteil. Achja, an Adapter und ggf. Spannungswandler (110/230V/, 60/50Hz) für die Wandsteckdose sollte man bei Fernreisen unbedingt denken. Auch in Europa passt der deutsche Schutzkontaktstecker nicht in jede Dose. Kompatibler fährt man eh mit dem Eurostecker.

Blöd ist natürlich wenn das Handy nach seinem Ladegerät schreit, wenn weit und breit keine Steckdose in der Nähe ist. Auch hier gibt es tragbare Lösungen, die multifunktional einsetzbar sind. Natürlich könnte man einen gerätespezifischen Ersatzakku einpacken, dieser passt aber leider nicht in den MP3-Player. Durchgesetzt haben sich daher externe Akkupacks mit Steckeradaptern für verschiedene Handymodelle oder direktem USB-Anschluss fürs original Ladekabel. Der Strom kommt dann aus der zuvor aufgeladenen Konserve: Z.B. dem eingebauten LiPo-Akku. Einige Geräte lassen sich mit herkömmlichen Mignon-Batterien bestücken. Für den Notfall haben einige auch eine Solarzelle oder gar eine Dynamokurbel eingebaut. Was tut an nicht alles um erreichbar zu bleiben und in der Wildnis nicht auf seine Lieblingsband verzichten zu müssen 😉

Apropos erreichbar bleiben… Wie man unterwegs, insbesondere im Ausland, preisgünstig telefoniert hatte ich bereits gebloggt und auch Skype/VoIP erwähnt. Natürlich gibt’s für WLANfähige Handys sicher eine App 🙂 (z.B. von Skype oder Sipgate). Wer sein Netbook dabei hat, benötigt für ungestörtes Telefonieren lediglich ein Headset oder ganz stylisch ein USB-Phone. Letzteres sieht aus wie ein Telefonhörer und wird am USB-Port angeschlossen. Praktisch sind Headset /USB-Phone natürlich auch, wenn man im Internetcafé oder am einzigen freien PC der Jugendherberge online gehen kann. Wer möchte kann natürlich noch eine Webcam mitschleppen (falls im Schläppi nicht eingebaut). Das Teil oben rechts auf meinem Netbook ist übrigens eine USB-Leuchte. Sehr praktisch!

Ebenfalls unverzichtbar ist ein so genanntes Kennsingtonschloß. Es dient dazu den Laptop (oder auch Beamer ganz PC in öffentlichen Gebäuden) gegen Diebstahl anzuketten. Dabei wird das eine Ende wie bei einem Fahrradschloß um einen immobilen Gegenstand geschlungen, das andere abschließbare Ende in der Schloßkerbe des Laptops verriegeln. Das ganze verhindert, dass sich jemand den Läppi mal eben unter den Arm klemmt und Fersengeld gibt. Gegen gezielten Bolzenschneidereinsatz sind die meisten (preiswerteren) Schlösser nicht geschützt.

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3 Kommentare

  1. Schöner Beitrag 🙂

    Kommentar von Marcel123 — Juni 4, 2011 @ 19:38

  2. Das ist der Fluch der modernen Zeit, wo man alles mit schleppen muss/soll/will und auch noch für besondere Falle passende Adapter hat. 😉

    Kommentar von Thomas — Juni 4, 2011 @ 19:42

  3. Kensingtonschlösser kann man toll mit Pappe öffnen.

    Kommentar von London Rain — Juni 7, 2011 @ 08:55


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