Ruhrcacher Blog

Mai 17, 2011

Gut Informiert zur GeoFarm in die Schweiz

Filed under: Backpacking, Geocaching, Tutorial — ruhrcacher @ 16:51

Die eidgenössischen Organisatoren des Megaevents GC2C4WD in der Schweiz haben alle angemeldeten Besucher bereits per Newsletter umfassend informiert. Natürlich, nur was Anreise, Übernachtung und Eventteilnahme betrifft.

Da das Event im tiefsten Ausland statt findet, stellen sie für einige Cacher vorab weitere tiefschürfende Fragen: „Was brauche ich an Geld & Papieren“.
Auch wenn’s nur für ein verlängertes Wochenende oder mit anschließenden Sommerurlaub hingeht, eine wirklich gute Frage.

Das mit dem tiefen Ausland meine ich jetzt nicht nur geographisch unterhalb der Deutschlandkarte. Die Schweiz ist, was in der Tat schon einige Damen & Herren überrascht hat, nicht Mitglied der EU und der Eurozone. Damit wäre eine Reise in die Schweiz vom Prinzip her vergleichbar mit einer Reise in die USA oder nach Aserbaidschan 😉
Zumindest muss man sich da auch mehr Gedanken machen, als im kleinen Grenzverkehr zwischen den EU-Ländern. Die Nordrhein-Vandalen fahren mal eben zum Einkaufen in die Niederlande, die Schleswiger & Holsteiner mal eben zum relaxen rüber nach Dänemark. Es ist so einfach geworden mit Euro und Personalausweis im Gepäck

Einfach ist es auch in der Schweiz, nur damit da jetzt nicht der Eindruck einer Ostblockreise zu früheren Zeiten aufkommt. Die Schweiz hat sich nämlich im Dezember 2008 dem Schengen Raum angeschlossen, was eine visumsfreie Einreise ohne aufwenige Grenzkontrollen ermöglicht.
Es sind wahrlich nur noch Kleinigkeiten, die man bedenken muss.

Das Auswärtige Amt informiert hier in einer Übersicht.
Die Schweizer Kollegen hier mit einem Flyer:

Zur Einreise (und Aufenthalt bis 3 Monate) genügt für EU-Bürger ein normaler Reisepass oder Personalausweis. Grenzkontrollen werden oft nur stichprobenartig durchgeführt. Kennen wir aus den all-abendlichen Kontrollzwang-Dokus.
Damit mit evtl. beim Gänsefleisch nicht dumm aus der Wäsche guckt, sollte man die Reisefreimengen beachten. Die Schweiz ist dabei natürlich ein Drittland, d.h. es gelten niedrigere Mengen als zwischen EU-Ländern.

Der deutsche Zoll informiert auf seiner Webseite unter
Rückreise aus Drittländern
und
Reisefreimengen aus Drittländern.

Aktuell dürfen von jedem Reisenden von 17 Jahren folgende Mengen zum persönlichen (!) Gebrauch abgabenfrei eingeführt werden. Größere Mengen müssen an der Grenze angemeldet werden.

Tabakwaren:
200 Zigaretten oder
100 Zigarillos oder
50 Zigarren oder
250 Gramm Rauchtabak oder
eine anteilige Zusammenstellung dieser Waren.

Alkohol und alkoholhaltige Getränke
1 Liter Spirituosen mit einem Alkoholgehalt von mehr als 22 Volumenprozent oder unvergällter Ethylalkohol mit einem Alkoholgehalt von 80 Volumenprozent oder mehr oder
2 Liter Alkohol und alkoholische Getränke mit einem Alkoholgehalt von höchstens 22 Volumenprozent oder
eine anteilige Zusammenstellung dieser Waren und
4 Liter nicht schäumende Weine und
16 Liter Bier

Kraftstoff: Voller Haupttank + 10 Liter im Reservekanister
Arzneimittel: In Höhe des persönlichen Bedarf des Reisenden

Für Waren (Souvenirs) gilt bei Rückreise auf dem Landweg: Max. 300 Euro Warenwert sind frei.
Für Flug & Seereisen: 430 Euro.Wobei es explizit heißt „Reisende, die aus der Schweiz über den Bodensee einreisen, gelten ebenfalls nicht als Seereisende.“ Schade…
Jugendliche unter 15 Jahren haben eine Freigrenze von 175 Euro.

ACHTUNG: Es ist eine Freigrenze, kein Freibetrag. D.h. bei z.B. 350 Euro muss ggf. für den gesamten Betrag eine Abgabe bezahlt werden, nicht bloß für die 50 Euro über der Freigrenze!
Alle Regelungen dazu können hier beim Zoll nachgelesen werden:

Ach ja, wer sein Schweizer Nummernkonto leerräumt oder bei der Tombola den Hauptpreis gewinnt: Barmittel im Gegenwert von über 10.000 Euro und Kunstgegenstände müssen grundsätzlich angemeldet werden.

Apropos Geld: Bevor man was mit zurück nach Deutschland nehmen kann, muss man es erstmal ausgeben.
Die Geofarm-Anmeldung konnte praktischer Weise in Euro auf ein deutsches Konto bezahlt werden. Die Unterkunft man vorab mit der Kreditkarte reserviert.

Aber wie sieht es mit Bargeld vor Ort aus?
Die Landeswährung in der Schweiz ist der Schweizer Franke. Eine Verpflichtung den Euro zu akzeptieren besteht damit also nicht.
Es würde mich aber nicht erstaunen, wenn man auf den Skihütten, Touristeninfos und vorallem bei den Merchandise-Händlern bei der Geofarm auch in Euro latzen kann.
Beim Festival selbst besteht Frankenpflicht (siehe Newsletter). Das betrifft vorrangig den Bauernhof, alle lokalen Verpflegungsstände, Events usw. Diese sind organisatorisch nur auf Landeswährung eingestellt.
Kommerziellen Händler steht es sicherlich frei, ob sie auch Fremdwährungen akzeptieren.

Bargeld kann auf folgende Arten beschafft werden:

EC-Karte:
Bei Abhebungen & Bezahlen recht teuer, da keine Eurozone. Zur Not ist Geldziehen aber fast überall möglich.
Die Gebühren sind i.d.R. angeschlagen, ansonsten vorher nachfragen bzw. woanders abheben.
Ob uns die EU auch für Nicht-EU-Auslandsabhebungen reglementiert hat, kann ich ad hoc nicht sagen.
In der Regel kostet eine Abhebung mind. 5,- Euro plus x % vom abgehobenen Betrag. Bitte erkundigt euch vorab bei eurer Hausbank!
Gleiches gilt auch für die Frage, ob eure EC-Karte für Auslangsabhebungen zugelassen ist. Dies ist gelegentlich aus Sicherheitsgründen deaktiviert und muss auf Wunsch freigeschaltet werden. Insbesondere wenn die Karte mal zu einem U18/Jugend-Konto gehörte oder noch gehört.

Normale Kreditkarte (postpaid):
Sie gibt es z.B. von gebuehrenfrei.com als komplett kostenfreie MasterCard. Dann kosten Abhebungen auch nichts. Auch viele Hausbanken bieten eine Variante an, die zumindest ohne Jahresgebühr (im ersten Jahr) auskommt.
Ansonsten sind Abhebungen mit der KK immer die teuerste Lösung. Bezahlen hingegen ist mit der KK weltweit am einfachsten. Durchziehen, unterschreiben und fertig. Fürs Abheben ist aber der PIN zu Karte erforderlich. Unbedingt vorher merken, wenn man ihn sonst nie verwendet hat!

Prepaid Kreditkarte:
Soll es wohl auch als Einwegkarte an der Tankstelle geben, also ideal für Onlinekäufe. Aber auch von verschiedenen Anbietern, wo sich die Karte wieder aufladen lässt.
Vorteil: Keine Überziehung möglich, keine Schufa-Auskunft nötig, oft auch für Minderjährige erhältlich.
Nachteil: Oft ein happiger Anschaffungspreis, wenn die Karte nicht durch die eigen Hausbank subventioniert wird.
Hier ein Link mit verschiedenen Prepaidkarten in der Übersicht:
www.kreditkarten-report.com/
und ein Artikel zu den Gebühren
http://www.focus.de/finanzen/banken/kreditkarten/tid-6948/prepaid-kreditkarten-muehelos-shoppen-zu-happigen-preisen_aid_67607.html
(erster Treffer beim googlen)

Update: Chrichy91 hat rausgefunden, dass bei der NordOstseeSparkAsse (NOSPA) die Prepaid-Karte für Girokunden kostenfrei zu bekommen ist.
Also auch hiereinfach mal bei seiner Bank des geringsten Misstrauens nachfragen.  Postbank, LBBW und Wüstenrot werden ebenfalls für Prepaid Karten. Anbieter müssen aber noch nicht mal direkt Banken sein:
Payback oder MyPrepaid bieten sowas auch an.

TravlerCheques/TravlerChequesCard
würde für die Schweiz nicht ernsthaft anschaffen. Sie sind in Europa eher schwer einzulösen und es fallen dann oft noch hohe Gebühren an. Der einzige Vorteil gegenüber Bargeld: TCs werden bei Verlust erstattet. Die Cheques sind bei der Hausbank oder der Reisebank erhältlich.
Die TC-Card ist übrigens auch ein Prepaid Zahlungsmittel.

Postbank Sparcard
Was ist immer wieder empfehlen kann ist die SparCard der Postbank. Auch für Nicht-Kunden! Es handelt sich um ein kostenfreies Sparkonto (Nachfolger des Postsparbuches), bringt also auch Zinsen und man kann es aber nicht überziehen. Die Mindesteinlage beträgt 50 Cent, Gebühren fallen nicht an.
Der Vorteil in Deutschland: kostenfreies Abheben bei Postbank, Deutsche Bank, Commerzbank, Dresdener Bank und natürlich in allen Postfilialen.
Vorteil im Ausland: Die ersten zehn Abhebungen im Jahr sind kostenfrei, unabhängig von Land & Währung. Reicht also locker für mehrere Urlaube, funktioniert an jedem Automat mit VisaPlus Logo. Probleme hatte ich noch nie damit (auch keine ungerechtfertigten Gebühren oder so)

Bargeld:
Bei seiner Hausbank oder bei der Reisebank (an Flughäfen, Bahnhöfen, Fährterminal) kann man vorab Sorten (also Devisen in kleiner Menge) bestellen. Allerdings natürlich gegen merklichen Gebührenabschlag.
Das macht Sinn, wenn man schon mal etwas Kleingeld für Kaffee, Busticket & so in der Tasche haben möchte. Schweizer Franken zu bekommen sollte kein Problem in Deutschland sein. Aber i.d.R verzichte ich persönliche darauf.

Wo wir gerade beim Thema Plastikkarten sind:
Der europäische Auslandskrankenschein in Form der „Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC)“ gilt auch in der Schweiz. Die Karte ist bei einigen deutschen Krankenversicherungen bereits in der normalen Karte integriert oder kann vor der Reise separat beantragt werden.
Sie deckt aber nicht den Rücktransport nach DL ab. Hier zu ist der Abschluss einer eigenen Versicherung notwendig.

Noch eine Plastikkarte ist die DHJ-Mitgliedskarte:
Das ist jetzt nur für diejenigen relevant, die in der Jugendherberge Rapperswil-Jona übernachten. Die Preise dort richten sich an Mitglieder der JH-Verbände. Nicht-Mitglieder zahlen einen Aufschlag von 6,- CHF für die Tagesmitgliedschaft (Familien 12,- CHF).
Das sind für Einzelpersonen 4,80 pro Tag/Nacht. Wer länger bleibt, sollte sich über eine reguläre Mitgliedschaft beim Deutschen Jugendherbergswerk (DJH) gedanken machen. Die Jahresgebühr kosten unter 27 Jahre 12,50 Euro, ab 27 Jahre und für Familien (inkl. Kinder unter 27) 21,- Euro.
Die DJH-Mitgliedschaft ist weltweit bei allen Verbandsherbergen (IYHF) gültig. Sie bringt Rabatte oder ist ein einigen Ländern sogar zum Übernachten nötig. Wenn man dieses Jahr also noch bei anderen Events hosteln möchte, macht die Mitgliedschaft vlt. sogar sinn.

Was das Bezahlen in der JuHe betrifft: Im Flyer der JuHe heißt es „Kreditkarten, EC-Karte, Postcard und Euro akzeptiert“.
Mit Postcard ist hier aber nicht die deutsche Spacard gemeint!

Ich hoffe, dass damit die wichtigsten Fragen beantwortet werden konnten.
Die offenen Fragen „Wie wird das Wetter“ und „Was ziehe ich bloß“ kann ich an dieser Stelle nicht beantworten.

Ich wünsche allen Teilnehmern der GeoFarm auf jeden Fall eine gute Reise, gutes Wetter und viel Spaß. Ich bin mir sicher: Es wird großartig!

Bis Bald in den Bergen.

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