Ruhrcacher Blog

Dezember 12, 2008

Gaskocher im Koffer

Filed under: Backpacking — Schlagwörter: — ruhrcacher @ 20:48

Heute nehme ich mal direkt Bezug auf die Proviantfrage der Dosenfischer. Und gleichzeit möchte ich eine neue Kategorie in diesem Blog öffnen, für Backpacking (und Camping). Denn ein Großteil meiner Cacheausrüstung rekrutiert sich aus meiner Trekkingausrüstung.

Ich glaub das wichtigste neben Rucksack und Schlafsack sind die Sachen, die einem was warmes in den Magenzaubern (und sei es nur die Mastercard ;) ).
Da hab ich beim Zelten in Arnheim anlässlich des 4ten Poffertjesevents einiges gelernt. Ok, ist einiges schief gegangen. Und das war an den 2 Tagen irgendwie nerviger als bei einem zweiwöchigen Trip durch Skandinavien.

Zunächst eine positive Erfahrungen: Einweggrills für’n Euro taugen echt was! Sie werden schnell heiß, reichen für mindestens zwei Packungen Würste und können tuttokompletti entsorgt werden. Und Kohle ist auch schon drin.
Danach fingen die Probleme als, als ich versuchte zwei zivile Versionen (Freizeitmacher von Buss) der Freßschalen aus den Bundeswehr-EPAs warm zumachen. Ich hatte irgendwie zu wenig Spiritus für dem Trangia Sprituskocher dabei. Zu wenig oder zu hoher Verbrauch, hat jedenfalls gerade eben für eine Schale gereicht. Und mit Benzin aus dem Reservekanister wollte ich das Teil nun nicht betreiben. Obwohl, die Freßschale ist ja hermetisch verschlossen.
Das deutsche EPA Menü passt leider auch nicht in den Heater-Beutel der US-MREs. Blöd. Aber die kann man aufschneiden, in einen Aluteller legen, die Freßschale draufstellen und mit etwas Wasser aktvieren. Merke: Lauwarmes Hühnchen mit Reis schmeckt nur bedingt!

Grillchaos

Kommen wir aber nun langsam zum eigentlichen Topthema dieses Blogeintrages. Nach dem Kurztrip hatte ich die Nase voll. Wenn ich mit dem Rucksack unterwegs bin, kann ich mich mit dem Trangia oder dem Nachbau als “Pepsi Can Stove” verpflegen. Wenn ich aber mal zwei Tage mit dem Auto weg bin, muss es auch mal komfortabler sein.

Also habe ich im Juni schon bei einen Schnäppchen zugeschlagen, als es einen dieser asiatischen Tischgaskocher Koffer für 10€ bei Thomas Philipps gab. Diese kannte ich bislang nur von Flohmärkten und stand ihnen bislang eher skeptisch gegenüber. Das Kofferformat eignete sich ja nicht für den Rucksack und als Kartuschen kannte ich bislang auch nur die Stech- oder Schraubkatuschen von CampingGaz, Primus und Co.
Diese Kocher hingegen stehen sicher auf Boden und Tischen und werden mit Butangas-Kartuschen vom Typ MSF-1a betrieben.

Gaskocher 1

Für Picknicks, Grillparty oder Trips mit dem Auto ist der Kocher ideal. Er ist natürlich in seinem Format viel standsicherer als Kompakt(gas)kocher für den Rucksack. Die stehen oft eher wackelig auf dem Boden.
Außerdem wird er superschnell heiß. Ein Paar Spiegeleier habe ich weniger als 3 Minuten fertig gebraten bekommen. Am Wochenende wollte ich beim Lagerfeuerevent in Rheydt schnell zwei Tassen Cuppuccino machen. Also habe ich den Kocher eingeschaltet, Topf drauf und erstmal die Wasserflasche gesucht. Als ich eine halbe Minute später (gefühlt) das Wasser reingegossen habe, machte es schon zisch & dampf. Der Cappuchino war eine Minute später schon fertig (was Wasser muss natürlich nicht sieden, sonst kann man ihn ja nicht trinken). Wie viele Betriebsstunde eine Kartusche aber insgesamt liefert kann ich allerdings nicht sagen.

Jetzt werden viele sicher um die Sicherheit bei dem Gerät besorgt sein. Zumal da es sich um einen unbekannten asiatischen Billighersteller handelt.
Aber auch da hat mich das Konzept des Kochers positiv überrascht. Die MSF-1a Kartusche hat zwar kein Sicherheitsventil, aber das Einsetzen lässt auch nur eine sehr geringe Menge Gas frei. Das ist an der frischen Luft, an der man den Kocher eh grundsätzlich nur betreiben sollte, absolut kein Problem. Trotzdem kann man diese winzige Menge Butangas eindeutig riechen. Ein Leck oder durch Fehlbedienung ausströmendes Gas wäre dann sehr schnell bemerkt.
Transportieren kann man den Koch nur ohne eingelegte Kartusche. Diese wird im Betriebmodus von einem Fixiermechanismus gehalten. Dessen Habel kann nur im zusammengebauten Zustand betätigen. Zusammengebaut heißt, dass die Platte mit dem Topfhalter umgedreht wird. So erst können Töpfe unterschiedlicher Größe auf den Kocher gstellt werden. Im zusammengepackten Zustand zeigt der Halter nämlich nach unten, was sowohl Platz spart als auch den Kartsuchenmechnanismus blockiert. Wenn eine Kartusche eingelegt ist lässt sich die Platte auch gar nicht für den Transport umdrehen.
Aber das alles ist einer gut verständlichen, deutschsprachigen Bedienungs- und Sicherheitsanleitung erklärt.
Ein Tipp von mir noch: Die Gaskartusche sollte immer mit der Verschlusskappe versehen transportiert werden. Weil ansonsten beim Transport etwas versehentlich das Ventil reindrücken könnte und dann Gas ausströmt.

Gaskocher 2
Links Kartuschenverrieglung, rechts Zündung und Regler

Zum Einschalten braucht man nicht einmal Streichhölzer oder ein Feuerzeug: Der Kocher hat eine praktische Piezozündung und eine regelbare Flamme.

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6 Kommentare

  1. Moin,

    ich betreibe den Kocher in der zweiten Session. Eigendlich bin ich ganz zufrieden, insbesondere aufgrund der Standsicherheit (Camping mit 2 kleinen Kindern…). Nur einmal gab’s beim Wechsel der Kartouche ein Leck, irgendwie war die Flasche verkantet, sollt enicht gehen, ging aber und dann gab’s eine mächtige Stichflamme, die mir und meinem Sohn einige Haare gekostet haben. Zum Glück war das im Freien, im Zelt wäre es sicherlich gefährlicher gewesen.

    Tipp: aufe’m Trödel gibt’s einen Grillaufsatz (ca. 10 Euro). Da man auf vielen Plätzen (z.B. komplett Frankreich) mitlerweile nicht mehr ordentlich grillen darf (ich meine mit Holzkohle) ist das eine echte Alternative.

    Die Standzeiten der Kartouchen sind allerdings unter aller Sau! Allerdings kosten die auch so gut wie nix: hier auf dem Trödel (Dortmund Uni) kann man 5 Fläschchen für 4 Euro abgreifen, wenn man etwas nachverhandelt. Die braucht man aber auch unbedingt für drei Wochen Camping mit Familie. Is’ halt nur was für’s Auto.

    Viele Grüße

    McGrun

    Kommentar von McGrun — Dezember 17, 2008 @ 09:19

  2. Hallo McGrun und vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar.
    Ich hab den Grillaufsatz eben bei ebay gesehen (ab 2,50). Auf den ersten Blick überzeugt der mich nicht so. Es sieht so aus als würde das Fett auf den Kocher tropfen. Von ernsthaften Verbrennungen am Grillgut abgesehen.
    ok, ok, ich bin halt nicht so der Fan von Gasgrills

    5 Flaschen in 3 Wochen für eine Familie mit mindestens 1 warmen Mahlzeit pro Tag + Frühstückskaffe + Grillen ist vollkommen in Ordnung. Das wären ca 1,2kg Gas. In den Dosen ist es sogar besser zu tranportieren als eine 11kg-Pfandflasche. Der Müll hingen ist natürlich erheblich…

    Kommentar von Ruhrcacher — Dezember 17, 2008 @ 23:12

  3. Das Sylvesterfondue lief darauf auch besser als auf dem Spiritusbrenner. Hatte eh nicht mehr genügend Spiritus in der Flasche. Das Öl wurde auf der Gasflamme auch viel viel schneller heiß.

    Kommentar von Ruhrcacher — Januar 3, 2009 @ 18:26

  4. Danke für den Beitrag, habe leider nicht ganz entschlüsseln können – heißt es das eine frische Kartusche nach dem Käffchen zwischendurch entorgt sein muss?
    Danke

    Kommentar von Max — Mai 8, 2009 @ 23:04

  5. Nein, eine frische Kartusche kann nach dem Kochen problemlos entnommen werden und später weiterverwendet werden.
    Ich benutze immer noch meine erste.

    Kommentar von ruhrcacher — Juni 1, 2009 @ 06:05

  6. kann man den wirklich nur mit msf 1a betreiben oder gehen die cp 250 auch??????

    Kommentar von francie — Juni 6, 2009 @ 19:00


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