Ruhrcacher Blog

Dezember 4, 2008

Geocoinversand per Brief

Filed under: Allgemein, Geocaching, Geocoins — Schlagwörter: , — ruhrcacher @ 14:19

riss

Es ist leider Gang und Gebe, dass Geocoins oft in einem Brief verschickt werden ohne diesen als Wertsendung oder Einschreiben zu deklarieren und entsprechend zu frankieren. Das geht natürlich nur so lange gut, wie der Brief nicht abhanden kommt oder beschädigt wird. Dann ist das Geschrei meistens groß, wieso der Postdienstleister nicht dafür haften will.
Aber das muss er nicht, wenn er die unversicherte Beförderung von Wertgegenständen durch seine Beförderungsbedingungen ausgeschlossen hat.
Und diese Bedingungen akzeptiert der Absender mit Aufgeben der Sendung bzw. durch konkludentes Handeln wie das Einwerfen des Briefes in den Briefkasten.

Es ist kein eigenes Süppchen, welches von einzelnen Postdienstleistern gekocht wird, sondern eine international vereinbarte Vorgehensweise:

Beförderungsausschlüsse laut Weltpostvertrag (Bukarest 2004)
[…]
Folgende Gegenstände dürfen in Briefen nicht versandt werden:
[…]
8. Münzen, Banknoten, Geldscheine oder Inhaberpapiere jeglicher Art, Reiseschecks, Platin, Gold oder Silber in verarbeiteter oder nicht verarbeiteter Form sowie Juwelen, Schmuck und andere Wertgegenstände.
Ausnahmen:
Diese Gegenstände dürfen in Wertsendungen oder […] in verschlossenem Umschlag als Einschreiben versandt werden.

Die einzelnen Postdienstleister in den jeweiligen Mitgliedsländern dieser Postunion wiederum haben diese Ausschlüsse auch in ihren InlandsAGBen:

Allgemeine Geschäftsbedingungen der Deutschen Post BRIEF NATIONAL (AGB BRIEF NATIONAL)
[…]
Mitarbeiter der Deutschen Post und sonstige Erfüllungsgehilfen sind nicht berechtigt, Beförderungsverträge über Sendungen zu schließen, die ausgeschlossene Güter enthalten:
[…]
5. Sendungen, die Geld oder andere Zahlungsmittel, Edelmetalle, Schmuck, Uhren, Edelsteine,
Kunstgegenstände, Unikate, Antiquitäten oder andere Kostbarkeiten oder
Wertpapiere, für die im Schadensfall keine Sperrungen sowie Aufgebots- und Ersatzverfahren
durchgeführt werden können (Valoren II. Klasse), enthalten; zugelassen sind
aber Briefmarken und Telefonkarten, jeweils bis zu einem tatsächlichen Wert von
25,00 EUR, sowie einzelne Fahrkarten und einzelne Eintrittskarten.

Das der Inhalt einer Sendung beim Aufgeben nicht zwingend geprüft werden muss ergibt sich natürlich aus dem Postgeheimnis und spiegelt sich somit auch in den AGBen wieder:
“Die Deutsche Post ist nicht zur Prüfung von Beförderungsausschlüssen gemäß Absatz 2 verpflichtet”.

D.h. verschicken könnt ihr Geocoins zwar per Brief, aber auf komplett eigenes Risiko!
Und das größte Risiko ist nicht etwa ein möglicher Diebstahl, sondern eine Beschädigung der Sendung durch die automatischen Sortieranlagen.

Aber beide Risiken lassen sich durch geeignete Verpackung minimieren:

– Keine Gegenstände in herkömmlichen, unverstärkten Papierumschläge versenden.
Die gehen sehr schnell kaputt, da der Inhalt durch das Beschleunigen in den Sortieranlagen rausgeschleudert wird (Massenträgheit). Das man den wertvollen Inhalt ebenfalls ganz einfach von außen erkennen kann, sollte auch klar sein.

– Besser sind Luftpolsterumschläge.

– Gegenstände nicht lose in den Umschlag legen.
Kleine Gegenstände neigen dazu, sich im Inneren des Umschlags frei zu bewegen und ihn ggf. zu verlassen.
Daher sollte man einzelne Münzen am besten zwischen zwei Pappstücken fixieren.

Bei hochpreisigen Geocoins oder umfangreichen Lieferungen sollte man sich zudem freiwillig auf den Versand als Wertbrief/Einschreiben bestehen. Bei Verlust ersetzt dies zwar nicht den Sammlerwert bei seltenen Coins, aber man hat immerhin Aussicht auf den Kaufpreis. Bei Neuerscheinungen kann man dann zur Not nochmals bestellen.

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